Noch 2 Monate SEV Donaueschingen - Neustadt

Alles zur Strecke Freiburg - Donaueschingen kann hier rein.
Überschneidungen mit KBS 742 und KBS 755 sind möglich.
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Noch 2 Monate SEV Donaueschingen - Neustadt

Beitrag von Vielfahrer » Do 3. Okt 2019, 08:55

Hallo,

voraussichtlich ab dem 3.12.2019 wird wieder die östliche Höllentalbahn von Donaueschingen nach Neustadt auf der Schiene befahrbar werden. Was dann bis zum Fahrplanwechsel am 15.12.2019 gefahren wird, dürfte interessant werden. Vom Fahrplanangebot her müsste eigentlich der Verkehr zwischen Neustadt und Ulm wieder aufgenommen werden, denn Start der Breisgau-S-Bahn ist ja erst mit dem Fahrplanwechsel.

Wie zu vernehmen ist, dürfen aber die VT 612 wegen fehlender Notbremsüberbrückung nicht mehr den Dögginger Tunnel passieren. Er ist über 500 m lang gilt seit der Ertrüchtigung nicht mehr als Bestandsanlage, d.h. es greifen die neuen Vorschriften von DB-Netz. Diese betreffen auch die RegioShuttle des Ringzugs, die ebenfalls keine Notbremsüberbrückung besitzen.

Auf der am 14. Oktober bei der IHK in Villingen-Schwenningen stattfindenden Fahrplankonferenz dürfte dies ein spannendes Thema werden, sind doch sehr viele Fahrgäste davon betroffen. Die Züge müssen gefahren werden, da auch die gesamten Buskonzepte z.B. in Döggingen auf diese Fahrpläne abgestimmt sind. Möglicherweise kommen die Coradia Continental von Alstom deswegen schon ab dem 3.12.2019 interimsweise zum Einsatz.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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Re: Noch 2 Monate SEV Donaueschingen - Neustadt

Beitrag von Bahner » Do 3. Okt 2019, 12:19

Macht ja auch mehr als Sinn. Die Coradia Continental stehen ja schon seit Wochen unbenutzt in der Gegend rum.

Warum sollten sie also nicht ein paar Tage früher als geplant fahren.

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Re: Noch 2 Monate SEV Donaueschingen - Neustadt

Beitrag von Vielfahrer » Do 3. Okt 2019, 12:45

Hallo Bahner,

das stimmt wohl schon, aber die Anzahl an Coradia Continental dürfte vermutlich nicht ausreichen, um auch die RegioShuttle nach Neustadt (Zwischentakt zum Stundentakt) zu ersetzen, wenn der reguläre Betrieb aufgenommen wird.

Viele Grüße vom Vielfahrer

Robin
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Re: Noch 2 Monate SEV Donaueschingen - Neustadt

Beitrag von Robin » Do 3. Okt 2019, 19:53

Hallo Uli,

wie läuft das dann ab? Kann denn dann überhaupt der Ringzug diese Neustädter Leistung übernehmen oder wird er nur bis Döggingen gefahren?
Freue mich schon auf die neuen Fahrpläne, die ja bald (am 15.10.) öffentlich werden. *B-)*

Viele Grüße
Robin

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Re: Noch 2 Monate SEV Donaueschingen - Neustadt

Beitrag von Bahner » Do 3. Okt 2019, 22:52

Habe ich etwas verpasst?
Mal ganz unabhängig von der Fahrzeugverfügbarkeit - Hätte es geplant mehr als einen Stundentakt von Villingen - Freiburg geben sollen?

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Re: Noch 2 Monate SEV Donaueschingen - Neustadt

Beitrag von Vielfahrer » Fr 4. Okt 2019, 06:54

Hallo Bahner,

das Betriebskonzept der Breisgau-S-Bahn basiert auf der östlichen Höllentalbahn auf einem Stundentakt Endingen - Freiburg - Titisee-Neustadt - Donaueschingen - Villingen. Soweit hast Du nichts verpasst. Die BSB wird im Bahnhof Döggingen jeweils ihre Eigenkreuzung haben und zwar zur vollen Stunde. Am frühen Morgen liegt die allerdings immer ein paar Minuten früher. Die Ankunft der 2. S-Bahn aus Richtung Freiburg in Donaueschingen ist um 7:05 Uhr, die der nächsten um 8:09 Uhr. Aber alle Schulen in Donaueschingen beginnen um 7:55 Uhr (1. Stunde) und liegen teilweise bis zu 15 Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt. Heute werden die Schüler oftmals mit Bussen direkt bis zur Schule gefahren, Ankunft zwischen 7:40 und 7:50 Uhr, also durchaus attraktiv. Donaueschingen ist nun kein unbedeutender Schulstandort. Knapp 5.000 Schüler sind jeden Tag unterwegs, darunter eben nicht wenige auch aus Richtung Westen, also dem Einzugsgebiet der Breisgau-S-Bahn. Das dürfte damit zusammenhängen, dass der Altkreis Donauschingen, den es bis 1972 gegeben hat, bis in den Raum Löffingen gereicht hat, so dass es trotz fast 50 Jahren nach der Kreisreform immer noch traditionell starke Schülerströme aus diesem Raum nach Donaueschingen gibt, ebenso aus dem Raum Bonndorf, weil man u.a. von dort aus nach Donaueschingen einen viel kürzeren Weg als in die Kreisstadt Waldshut-Tiengen hat.

Bei der Planung der Verkehre der Breisgau-S-Bahn im Stundentakt war relativ schnell festgestellt worden, dass ein ganztägiger Stundentakt hier zu deutlichen Angebotsmängeln führen wird. Ein durchgängiger 30-Minuten-Takt der Breisgau-S-Bahn war aber nicht finanzierbar und außerhalb der Hauptverkehrszeiten auch nicht für notwendig erachtet worden. Allein die Infrastruktur wurde mit Beibehaltung der Kreuzungsmöglichkeit in Löffingen so ausgebaut, dass ggf. ein zusätzlicher Zug bei Bedarf dazwischen geschoben werden kann. Um eben den starken Schülerverkehr nicht parallel zur Breisgau-S-Bahn auf der Straße abfahren zu müssen (Im Zulauf auf Donaueschingen ohne Hüfingen wären hier mindestens 3 Busse notwendig) wurde in Zusammenarbeit mit der NVBW ein Zugpaar Donaueschingen - Neustadt - Donaueschingen an Werktagen einzulegen, welches sich in Löffingen mit den BSB nach Donaueschingen bzw. von Donaueschingen kreuzt. Auf diese Art und Weise konnte eine Ankunftszeit in Donaueschingen um 7:39 Uhr realisiert werden, umgekehrt wird in Neustadt eine dort beginnende BSB in Richtung Freiburg erreicht, was für die dortigen Verkehre zur HVZ ebenfalls auf großes Interesse stoßen wird. Ansonsten wird die Verdichtung ab Löffingen in Richtung Neustadt zum 30-Minuten-Takt durch eine stündlich auf Anschluss in Neustadt verkehrende Buslinie sichergestellt. Der Zusatzzug macht also beidseitig großen Sinn und wird einer der am stärksten ausgelasteten Züge zwischen Neustadt und Donaueschingen bzw. umgekehrt sein, der von seiner Fahrlage her den Kundenbedürfnissen entspricht. Unabhängig von der frühen Ankunftszeit um 7:05 Uhr in Donaueschingen wären um diese Zeit auch gar keine Busse für den Transfer vom Bahnhof zu den Schulen verfügbar, weil diese zu dieser Tageszeit im Umland von Donaueschingen unterwegs sind, um die auf Busse angewiesenen Pendler nach Donaueschingen zu bringen.

Eine weitere Fahrt zusätzlich zum BSB-Stundentakt am Mittag wäre theoretisch möglich, wurde aber für nicht sinnvoll erachtet, denn sie hätte aufgrund der Infrastrukturen ebenfalls wiederum nur in Löffingen kreuzen können, was eine Abfahrt um 13:10 Uhr in Donaueschingen in Richtung Neustadt erfordert hätte. Just zu diesem Zeitpunkt enden aber erst die Schulen, dazu noch der Weg zum Bahnhof, so dass dies nicht ausreichen würde. Die Schüler können nun auf die BSB gegen 13:45 Uhr gehen und haben eine dabei vergleichsweise geringere Wartezeit als am Morgen, wo man ja auch viel lieber länger ausschläft.

Eine Verschiebung der Schulzeiten etwa um 25 Minuten hätte dieses Problem natürlich am Morgen und am Mittag elegant gelöst, war aber nicht diskutabel, weil die Donaueschinger Schulzeiten nicht isoliert gesehen werden können. Sie sind in ein System eingetaktet, das dann erfordert hätte, beispielsweise auch in Blumberg (Beginn 7:35 Uhr) oder in Villingen (auch hier 7:35 Uhr) die Schulzeiten zu ändern, was dann dort noch höheren Fahrzeugbedarf ausgelöst hätte. Man muss sich das so vorstellen, dass Busse, die den lokalen Verkehr in Blumberg bedienen, anschließend noch bis Donaueschingen weiter fahren und auch dort noch den späten Schulbeginn erreichen. Ähnlich ist das beim Ringzug der Fall. Mit dem Zug von Rottweil nach Villingen erreichen die Schüler den Villinger Schulbeginn, die Einheit fährt aber weiter nach Donaueschingen und erreicht auch dort noch den Schulbeginn. Kurz, man hätte also das komplette System auf den Kopf stellen müssen und dann hätte der Schwanz mit dem Hund gewedelt.

Bleibt also nur der Ansatz, während der HVZ einen Taktverdichter zu fahren bzw. geringere Wartzeiten in Kauf zu nehmen. Und so sind die Fahrpläne entsprechend bestellt worden. Also es gibt den Stundentakt, jedoch ist der HVZ-Verdichter notwendig und sinnvoll.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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Re: Noch 2 Monate SEV Donaueschingen - Neustadt

Beitrag von Bahner » Fr 4. Okt 2019, 08:51

Hallo Vielfahrer,

vielen Dank.
Wenn der Schülerzwischentakt also schon lange geplant war: Mit welchem Zug wurde das denn geplant?
Mir ist nach wie vor unklar, wieso es trotz Vorrausplanung und dem Wissen, dass im Dögginger Tunnel das Überbrückungssystem notwendig wird nun so kurzfristig zu Problemen kommt.

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Re: Noch 2 Monate SEV Donaueschingen - Neustadt

Beitrag von Fridinger » Fr 4. Okt 2019, 09:21

Geplant ist der Zug mit Ringzug-Shuttles, 6:10 ab Donaueschingen, um kurz vor 7 von Neustadt wieder Retour. Im angemeldeten Fahrplan findet sich für diesen Zug auch der Hinweis, dass die Zeiten nicht bestätigt sind. Und da zu dieser Zeit schon der Taktfahrplan läuft (Tagesrandzüge sind dort schon alle weg), wäre das sicherlich ein größerer Akt, kurz vor knapp noch S-Bahn-Fahrzeuge für diesen Zusatzzug herauszuleiern. In Freiburg stehen den ganzen Tag zwei Fahrzeuge als Betriebsreserve, die Verspätungen aus einem Teil der beiden Netze abfedern sollen und im Falle dessen einscheren, wenn z. B. ein Zug wegen Kuppelstörung vom Kaiserstuhl verspätet kommt. Dann fährt die Betriebsreserve den Planzug weiter in den Schwarzwald, während der Zug vom Kaiserstuhl in Freiburg mit Verspätung endet. Diese Reserve ist aber bewusst gewollt und wird ersatzweise nirgends sonst eingesetzt.

Ich denke mal dass man bei der Planung schlicht nicht daran gedacht hat, dass die HzL dort noch für ein paar Jahre mit Diesel-Altfahrzeugen fahren würde. Schätze mal, dass so ein Einsatz dann schon eine Sondergenehmigung des EBA benötigt oder ähnliches.
Die Bahn hat einen Zirkus verklagt - der hatte doch tatsächlich behauptet, er sei der größte Zirkus der Welt.

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Als IT-Systemelektroniker zuständig für funktionierende Ticketautomaten bei der DB Kommunikationstechnik

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