Kein Ringzug-Lückenschluss gewollt

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Vielfahrer
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Kein Ringzug-Lückenschluss gewollt

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

ein interessanter Bericht erscheint heute imSüdkurier über eine Gemeinderatssitzung in Geisingen. Ich kann den Ärger der Geisinger gut nachvollziehen. Ob in Stuttgart jedoch die richtigen Adressaten sitzen, das wage ich zu bezweifeln. Das Land finanziert zwei Zugsysteme im Stundentakt, die Schwarzwaldbahn und die Donautalbahn im Abschnitt Immendingen - Donaueschingen. Und nach den Kriterien (je 5.000 Reisende wird ein Taktsystem vom Land finanziert) wird man dem Land nicht Untätigkeit vorwerfen können. Vielmehr scheint in der Region der Mut zu fehlen, ein attraktives Angebot für die vielen Pendler und Schüler zu schaffen, die täglich nach Tuttlingen, nach Donaueschingen und auch nach Villingen unterwegs sind. Mit Bussen über die Dörfer dauert das eine Ewigkeit. Man muss sich nur mal die vollständig zugeparkten Flächen im Umfeld der Fa. Aesculap anschauen und auch einen Blick auf die KFZ-Kennzeichen werfen. Dann erkennt man, woher die Pendler kommen. Und in Immendingen oder in Geisingen lassen sich viele sehr schwach besetzte Busse sehen, ebenso in Neudingen. Woran das wohl liegen mag? Ein Ringzug-Lückenschluss wäre genau die richtige Antwort, um den öffentlichen Verkehr nachhaltig zu stärken. Die Landesregierung will ja die Möglichkeit schaffen, über eine Mobilitätsabgabe die Kommunen in die Lage zu versetzen, solche Projekte zu stemmen. Autobesitzer müssten dann z.B. 30.- € monatlich für ihren PKW bezahlen, erhielten aber im Gegenzug einen Mobilitätsgutschein, den sie für den Kauf entsprechender Fahrausweise verwenden könnten. Es dürfte ziemlich klar sein, dass kaum einer in einen Bus nach Geisingen sitzen würde, an der Kreisgrenze auf den nächsten Bus umsteigen würde. Ein stündlicher schneller und umsteigefreier Ringzug hingegen hätte absolut das Potential, die notwendige Verkehrswende nachhaltig zu befördern. Das man das in Villingen und in Tuttlingen so nicht sieht, ist m. E. aus Geisinger Sicht enttäuschend.

Viele Grüße vom Vielfahrer
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KBS720
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Re: Kein Ringzug-Lückenschluss gewollt

Beitrag von KBS720 »

Hallo,

grundsätzlich schon schade, vor allem wenn dann elekrtrisch der Lückenschluss auch da ist. Vielleicht gibt man sich doch irgendwann mal noch einen Ruck.
Vielfahrer hat geschrieben: Do 20. Mai 2021, 06:28Autobesitzer müssten dann z.B. 30.- € monatlich für ihren PKW bezahlen, erhielten aber im Gegenzug einen Mobilitätsgutschein, den sie für den Kauf entsprechender Fahrausweise verwenden könnten.
Na hoffentlich, werden die Leute entsprrechend berücksichtigt die nicht mit dem ÖPNV zur Arbeit kommen bzw. für die das unverhältnismäßig ist.

Grüße Andreas
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Re: Kein Ringzug-Lückenschluss gewollt

Beitrag von Bahner »

Hoffentlich bleiben die Geisinger und Gutmadinger immer weiter am Ball.
Ganz ehrlich: Es ist doch eine Schande, den Ringzug als solchen zu bezeichnen.
Bald haben alle 3 Landkreise den selben Verkehrsverbund, miteinander verknüpft sind diese aber dennoch nicht wirklich.
Das reinste Trauerspiel.
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Re: Kein Ringzug-Lückenschluss gewollt

Beitrag von Lucian Berndt »

KBS720 hat geschrieben: Do 20. Mai 2021, 10:39 Na hoffentlich, werden die Leute entsprrechend berücksichtigt die nicht mit dem ÖPNV zur Arbeit kommen bzw. für die das unverhältnismäßig ist.

Grüße Andreas
Oder wenn man selbst der erste ÖPNV des Tages ist^^ *beklopt*
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Re: Kein Ringzug-Lückenschluss gewollt

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

in der Tat kann man da viele Aspekte berücksichtigen, ob man von allen das verlangen sollte oder von einigen nicht. Aber es gibt auch Themen wie etwa das Parken. Manche parken auf ihrem eigenen Grund oder einem Firmengelände. Die Kosten dafür tragen sie selbst oder ihr Arbeitgeber. Aber die meisten parken einfach am Straßenrand oder sogar auf Gehwegen. Dass das zukünftig soviel kosten soll, wie ein eigen finanzierter Parkplatz, das halte ich für mehr recht als billig. Ich habe mich heute zufällig mit einem Verkehrsunternehmer, die die Schweizer Situation aufgrund der Grenzlage gut einschätzen kann, unterhalten. Die haben diese Probleme schon gelöst. Wir müssten also deren Lösungen eigentlich nur noch "abkupfern". Schmecken wird das vielen nicht, weil dann Kosten von bis zu 2.000 Franken (Euro) pro Jahr auf die Laternengaragenparker zukommen. Und die Firmen lassen nur Mitarbeiter kostenlos parken, wo es keine ÖV-Verbindungen gibt. Und wenn sie trotzdem mit dem eigenen Wagen kommen wollen, zahlen sie kräftig in die Firmenkasse, aus der wiederum die ÖV-Pendler vergünstigte Zeitkarten erhalten. Das gibt es also schon längst und es funktioniert auch. Bahnen und Busse sind deutlich voller als hierzulande.
Dass ein effektiver Klimaschutz, der laut Regierungserklärung aus Stuttgart höchste Priorität haben soll, spurlos an den Geldbeuteln von uns vorbei gehen könnte, kann ich mir nicht vorstellen.

Viele Grüße vom Vielfahrer
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