Oktober 1996 in Trossingen...

Die Trossinger - Eisenbahn. Aus der KBS 742 heraus genommen.
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Karl Müller
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Oktober 1996 in Trossingen...

Beitrag von Karl Müller »

Hallo,
im Oktober 1996 befuhr ich mit einem Koll die Trossinger Eisenbahn, als gestandene Eisenbahner natürlich mit dem Zug. Im Gepäck war eine Kodak Retinette IIA die den Umständen (Wetter) entsprechende Bilder lieferte.....

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In Trossingen Staatsbahnhof wartet T 06 alias Zug Nr. 12 auf uns. Hier noch der damalige, im Triebwagen erhältliche Fahrplan:

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Man möge das mal mit dem Heutigen Fahrplan vergleichen! Die einfache Fahrt kostete mich 3 DM. In Trossingen war ein Blick in den Schuppen möglich:

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und T 05:

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Und später ging es wieder zurück:

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Wir fuhren dann gen Tuttlingen, Mühlheim und Fridingen....mit den MAN der HZL, aber, davon später....

Gruß Oli
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Fridinger
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Re: Oktober 1996 in Trossingen...

Beitrag von Fridinger »

Super Zeitreise! Musste neulich einmal in das ESTW-Modulgebäude am Staatsbahnhof, das war auch abenteuerlich. Rund um das alte Empfangsgebäude gab es nichts zu finden, außer alte Relikte wo man sich die alte Abfahrtsstelle des Bähnles vorstellen konnte (fuhr meine ich vor den Ringzugzeiten vom Vorplatz des Gebäudes ab). Das ESTW habe ich dann vom Radweg auf der anderen Gleisseite aus gefunden, gibt sogar einen eigenen Gleisüberweg dafür.
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Lucian Berndt
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Re: Oktober 1996 in Trossingen...

Beitrag von Lucian Berndt »

Danke für den Rückblick!
Wenn ich mir den Fahrplan da so anschaue: es gab Züge die offenbar in Rottweil gestartet sind, dann ohne Halt in Schwenningen bis nach Villingen, dort gewendet haben und dann über Trossingen DB nach Trossingen gefahren sind? Warum hat man Schwenningen da nicht mitbedient auf der Hinfahrt? Es gab bestimmt Menschen die von Schwenningen nach Villingen wollten... oder hat es einfach kein freies Bahnsteiggleis zu der Zeit dort gegeben?
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Re: Oktober 1996 in Trossingen...

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo Lucian,

da liegst Du irgendwie falsch beim Fahrplan. Es gab nie Züge, die von Rottweil kommend ohne Halt nach Villingen gefahren sind oder umgekehrt. Die Fahrgastinformation der Trossinger Eisenbahn damals gab lediglich an, welche Anschlüsse es gegeben hat. Trossingen DB-Bahnhof war ja streng genommen für kaum jemand ein Ziel. Interessiert hat, wie es weiter geht. Auch konnte man in Trossingen am Stadtbahnhof gleich sehen, wann man ab Villingen, Schwenningen oder Rottweil eine Rückverbindung hatte. Das war praktisch, denn außer gedruckten Informationen gab es damals ja noch nichts.

Nicht zu vergessen, dass damals auch noch viele Busse der Linie 7281 (Rottweil - Deißlingen - Trossingen - Weigheim - Mühlhausen - Schwenningen - Villingen und umgekehrt) gefahren sind. Da diese Busse ohne Relevanz für die Trossinger Eisenbahn waren, ja sogar eine kostengünstigere Konkurrenz dargestellt haben, wurde darüber nicht informiert. Der immer noch recht dichte Busfahrplan rührte aus der Zeit, als die Bahnbusverkehrsstelle Rottweil auch den Verkehr zwischen Villingen und Schwenningen im 20-Minuten-Takt bediente. Erst mit einem Gutachten der Kommunalentwicklung ging der Zwischenortsverkehr an die beiden Unternehmen Maier Linienverkehr OHG und Hugo Bürk Schwenninger Straßenbahn GmbH, die zuvor in Villingen (Maier) und in Schwenningen (Bürk) den Stadtbusverkehr betrieben hatten.

Ich denke, es war um das Jahr 1996 herum, dass sich die drei Landkreise entschlossen haben, den Tarif zwischen Trossingen Stadt und Villingen-Schwenningen bzw. zwischen Trossingen Stadt und Rottweil (es war ein NE-Anstoßtarif, also ein Additionstarif) auf das Busniveau herunterzusubventionieren, um dem "Bähnle" eine Überlebenschance zu geben. Sonderlich teuer war das zunächst nicht, weil kaum einer mitgefahren ist. Der Landkreis Rottweil hat es dann nach einem Jahr abgelehnt, sich weiter an der Trossinger Bahn zu beteiligen. Die beiden Landkreise Tuttlingen und Schwarzwald-Baar-Kreis blieben jedoch bei der Stange. Den Ausfall der Rottweiler Zahlungen musste die Stadt Trossingen dann auffangen. Das bis zum Ringzugstart Ostern 2004 aufgelaufene Defizit wurde dann in den ersten 10 Jahren nach Ringzugstart mit den Trassenpreisen verrechnet, so dass die Stadt Trossingen finanziell keinen dauerhaften Schaden genommen hat.

Die Tarifsubention auf das Preisniveau des viel billigeren Busses hat sich dann in der Folge positiv ausgewirkt, weil das Benutzen der Bahn dann nicht mehr teurer war als der Bus. Kurz vor der Bahnreform ist es auch noch gelungen, einen zusätzlichen Zug von Rottweil nach Villingen und zurück einzulegen. Es war eine V 100 mit einem Silberling. Der Zug war ab Trossingen gut gefüllt mit Schülern der Rudolf-Steiner-Schule bis Schwenningen, die ab dort mit dem Bus weiter zur Schule gefahren sind. Auch zahlreiche Steiner-Schüler kamen schon in Rottweil. Diese Schüler waren insofern auffällig, weil die Steiner-Schüler ja von der 1. Klasse an (also ab dem 6. Lebensjahr) in ihre Schule gefahren sind. Meist wurden sie von ihren Eltern bis zum Zug gebracht (und abgeholt) und im Zug wurde nicht selten ein Lied angestimmt. Ein Segen war es dann, als die VT 628 kamen, denn bei den Zügen mit einer V 100 von Rottweil nach Donaueschingen mussten ständig die Lok abgekuppelt und angekuppelt werden (in Rottweil ankuppeln, in Villingen abkuppeln, um den Zug herumfahren, in Villingen ankuppeln, in Donaueschingen abkuppeln, um den Zug herumfahren, dann ankuppeln, in Villingen abkuppeln, um den Zug herumfahren, dann ankuppeln, in Rottweil wieder abkuppeln und um den Zug herumfahren usw.).

Im Winter 1996 wurde übrigens in der Trossinger Wagenhalle der Ringzugvertrag mit dem Land bei Eiseskälte unterzeichnet (Ministerpräsident Erwin Teufel, Verkehrsminister Stefan Mappus, Landrat Hans Volle aus Tuttlingen, Landrat Manfried Autenrieth aus Rottweil und Landrat Dr. Rainer Gutknecht aus Villingen sowie, wenn ich mich richtig entsinne, auch Lothar Wölfle, damals Bürgermeister der Stadt Trossingen und später Vorsitzender des Regionalverbands Schwarzwald-Baar-Heuberg, heute Landrat im Bodenseekreis).

Die Stadtwerke Trossingen haben aber dennoch mit der Reduktion des Bahnfahrplans weitergemacht, also größere Unterhaltungsarbeiten sein lassen und altersbedingt abgehendes Personal nicht mehr ersetzt. Auch wurde der Betrieb steuerlich abgeschrieben, was dann später ein Problem wurde, da erreicht werden konnte, dass die Trossinger Eisenbahn auf Wunsch der Ringzug-Landkreise bis zur Einführung des Ringzugs weiterbetrieben wurde.

Mit dem Erhalt der Trossinger Eisenbahn war dann zugleich auch der Niedergang des Trossinger Busunternehmes Eugen Schild verbunden, der die Schülerverkehre Trossingen - Rottweil (im Auftrag des Bahnbusses), Rottweil - Schwenningen (ebenfalls im Auftrag des Bahnbusses) und Trossingen - Schwenningen (im Auftrag des Bahnbusses und eigene freigestellte Verkehre) betrieben hatte. Die Fa. Schild wurde dann später von der Spaichinger Firma Klaiber übernommen, natürlich ohne die auf den Ringzug übergegangenen Verkehre. Auch die Buslinie 7281 von Rottweil nach Villingen wurde von Jahr zu Jahr weniger angenommen, weil die Verkehre auf den Ringzug übergegangen sind. Mit der Umsetzung des Nahverkehrsplans zum kommenden Fahrplanwechsel im Dezember endet dann komplett der schienenparallele Busverkehr. Es wird einen Ringbus von Schwenningen über Mühlhausen - Weigheim - Trossingen Staatsbahnhof (hier Nullknoten) - Dauchingen - Schwenningen geben, der am Staatsbahnhof immer Anschluss von und nach Trossingen haben wird.

Viele Grüße vom Vielfahrer
Lucian Berndt
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Re: Oktober 1996 in Trossingen...

Beitrag von Lucian Berndt »

Ach herrje, ich dachte das ist ein Plan wie der Zug ab Trossingen fährt und die Zeiten die Ankunftszeit an den Stationen Villingen, Schwenningen, Trossingen DB und Rottweil darstellt *kopfgegendiewand* . Ich hatte mich auch schon gewundert über durchgehende Züge bis Trossingen Stadt, da wären sie früher ja besser als heute zwecks Umstieg. Aber dann ist natürlich alles klar *hallo2* Danke für die Erläuterung und die ganzen anderen Informationen, faszinierend dieses Wissen *8-O*
Karl Müller
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Re: Oktober 1996 in Trossingen...

Beitrag von Karl Müller »

Ja, Danke an alle für die Diskussion und die Informationen. Heute gibt es ganz andere Probleme - i d Regel Personalprobleme welche die bestellten Zugleistungen ausfallen lassen.
Gruß Oli
Lucian Berndt
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Re: Oktober 1996 in Trossingen...

Beitrag von Lucian Berndt »

Dazu auch noch ein Einwurf von mir von gestern:

Aktuell läuft ja dieses Wochenende ein großer SEV auf der Strecke Singen-Engen wegen Bahnübergangsarbeiten in Mühlhausen. Der SüdbadenBus ist mit einem Großaufgebot dort gewesen und hat den SEV abgewickelt mit einem halbstündlich verkehrenden Bus mit Halt an allen Zwischenbahnhöfen (ebenjenen bin ich gefahren von morgens bis Abends, Grüße an die Leute die mich erkannt haben^^ ) sowie zwei hintereinander fahrenden Expressbussen (Fahrzeit nur unwesentlich schneller aber egal. DB Fernverkehr hat für die ausfallenden IC Züge ebenfalls einen Ersatzverkehr in Form von 5 Reisebussen (davon 2 Doppeldecker) und einem Linienbus (alle mit Kennzeichen Aalen, Biberach/Riß sowie Ulm und München) geordert, welche alle 2 Stunden auf selber Strecke mit gleicher Fahrtzeit verkehrten. Die Verwirrung bei den Fahrgästen war sehr groß, es war nicht immer eine gelassene Stimmung. Aber was will man auch erwarten, denn:

Man nehme einen Bahnfahrenden Pendler, welcher immer von Konstanz nach Offenburg oder weiter pendelt. Was gab es also gestern für ihn...: Zug von Konstanz nach Singen (natürlich mit dem langsamen Seehas, die Schwarzwaldbahn fährt ja nicht), dort steigt er ein den SEV nach Engen um, dort steigt er in die Schwarzwaldbahn nach St. Georgen um, dort steigt er in den SEV nach Hausach um, dort steigt er in die Schwarzwaldbahn nach Offenburg etc um. Also 3mal Zug, 2mal Bus, 4 Umstiege. Erschwerend kommt folgendes hinzu: ab ca 16 Uhr fällt eine Schicht der Schwarzwaldbahn wegen kurzfristigem Personalausfall (so der Navigator zumindest) aus. Ergebnis war, dass die Firma Behringer (der Chef persönlich, danke für das nette Gespräch beim warten in Engen) mit einem Solobus einen kurzfristigen SEV von Engen nach St. Georgen fahren musste, mit Halt in Immendingen, Donaueschingen, Villingen... Viele Fahrgäste die ich gestern befördern durfte, mussten eben diesen Weg nutzen, manche kamen sogar aus Richtung Schaffhausen/Gottmadingen, wo ebenfalls, mal wieder, eine Schicht wegen kurzfristigem Personalausfall (sagte der Navigator) ausfiel, allerdings ohne Busersatz. Also 3mal Bus, 2mal Zug, ebenfalls 4 Umstiege. Die Stimmung war mehrmals am kippen, ein Fahrgast schrie mich auch zusammen. Naja. Insgesamt war es aber ein für mich toller Tag, habe viele Menschen dankbar befördern dürfen, bei 90% kam auch ein großer Dank zurück und Spaß hat es allemal gemacht. Danke an der Stelle auch an alle netten Kollegen, die Verständigung war super und die Planung ebenfalls!

Sorry für den langen Text im falschen Thema, wollte es aber hier mal anhängen wegen den Thema Personalausfall *beklopt*
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Re: Oktober 1996 in Trossingen...

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo Lucian,

zu Zeiten der Trossinger Eisenbahn (bis 2004) gab es nie durchgehende Fahrten von Trossingen Stadt nach Rottweil oder Villingen. Man musste immer auf dem Bahnhofsvorplatz des Staatsbahnhofs umsteigen, Bahnsteighöhe 0 cm. Das war selbst für Geübte immer ein richtiger Act, in das Bähnle einzusteigen.
Weil das so problematisch war, hat man sich dazu entschlossen, den Staatsbahnhof Trossingen so zu bauen, dass entweder am gleichen Bahnsteig (Höhe 55 cm) umgestiegen werden kann oder dass sogar umsteigefreie Fahrten von Bräunlingen nach Trossingen Stadtbahnhof möglich sind. Die ersten Jahre gab es die auch, es hat sich allerdings rasch gezeigt, dass das Umsteigen am gleichen Bahnsteig in Trossingen für niemand mehr ein Problem war, weshalb sukzessive auf die durchgängigen Leistungen verzichtet wurde, ohne dass es darüber jemals Klagen gab. Im Gegenteil, es konnten teilweise Überkapazitäten zwischen Bräunlingen und Trossingen Staatsbahnhof abgebaut werden, da hier geflügelt wurde.

Im Zusammenhang mit der Änderung der Schulzeiten an den Spaichinger Schulen musste dann ein Zug von Rottweil nach Tuttlingen von einem auf zwei Shuttle aufgestockt werden, da ca. 250 Personen zu befördern waren. Da es keine weiteren Shuttles gab, wurde der Shuttle aus Trossingen Stadt nach Rottweil durchgebunden. Wichtig wiederum war die Folgeleistung von Trossingen Stadtbahnhof nach Trossingen Staatsbahnhof für die Steiner-Schüler nach Schwenningen. Diese Leistung wurde von Klaiber bzw. Oberist im Auftrag des Ringzugs gefahren. Um wieder den Shuttle für die Trossinger Eisenbahn zurückzufahren, wurde der Schülerzug von Villingen nach Schwenningen in Schwenningen getrennt. Der vordere Zugteil fährt gleich weiter nach Trossingen Stadt und pendelt dann den Rest des Tags. Der hintere Zugteil bleibt noch einige Zeit in Schwenningen stehen und fährt dann als IC-Zubringer nach Rottweil (an 8:10 Uhr).

Es gibt derzeit also noch wenige umsteigefreie Verbindungen von Villingen nach Trossingen bzw. von Trossingen nach Rottweil.

Mit Einführung des MEX nach Elektrifizierung der Strecke Rottweil - Villingen soll dieser zusätzlich zum stündlichen Ringzug alle 2 Stunden verkehren. Wenn dann mal der Abschnitt Oberndorf- Grünholz zweigleisig ausgebaut sein wird, soll der MEX sogar stündlich von Stuttgart umsteigefrei nach Villingen fahren.

In der Zwischenzeit ist angedacht, dass in der Fehlstunde des MEX ein Pendel von Trossingen Stadt alle zwei Stunden nach Villingen verkehrt, so dass im Prinzip alle 30 Minuten (nicht ganz exakt im Takt) eine Verbindung von Trossingen nach Schwenningen und Villingen mit und teilweise ohne Umstieg bestehen wird. Für die Übergangszeit bis zum stündlichen MEX aus Stuttgart sind vom Land 8 Zugpaare an Mo-Fr in Zwischenlage vorgesehen.
Weil dann auf der Trossinger Eisenbahn und auf der DB-Strecke Trossingen - Villingen durchgehende Züge verkehren werden, muss die Trossinger Strecke umelektrifiziert werden, also für Wechselstrom und Gleichstrom mittels Umschalteinrichtung tauglich gemacht werden, um weiterhin die Museumsbahnen einsetzen zu können. Außerdem werden die neuen Fahrzeuge deutlich länger als ein RegioShuttle sein, so dass auch der Bahnsteig in Trossingen Stadtbahnhof verlängert werden muss. Und weil die neuen elektrischen Fahrzeuge, die auf der Trossinger Eisenbahn zum Einsatz kommen sollen, schwerer als die RegioShuttles sind, muss auch in einigen Abschnitten in den Unterbau der Strecke investiert werden. Leider wurde dies versäumt, als im Winter 2003/2004 die Strecke einen neuen Oberbau erhalten hat bzw. niemand hatte damit gerechnet, dass die Strecke solch einen Auftrieb erreichen wird.

Mein Eindruck übrigens ist, dass das Umsteigen aus Richtung Villingen am Bahnsteig in Trossingen in Richtung Stadt für niemand ein Problem darstellt, auch nicht aus Richtung Trossingen Stadt in Richtung Rottweil. Ungünstiger ist der Umstieg aus Richtung Rottweil in Richtung Trossingen Stadt oder aus Trossingen Stadt in Richtung Villingen, weil die Fahrgäste den langen Fußweg zum Bahnsteig am Streckengleis in Richtung Deißlingen gehen müssen.
Das führt überdies zu entsprechend verlängerten Fahr- und Reisezeiten, weshalb der Staatsbahnhof Trossingen umgebaut werden soll (1 Außenbahnsteig und 1 Mittelbahnsteig, mit Unter- oder Überführung, barrierefrei).

Viele Grüße vom Vielfahrer
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Re: Oktober 1996 in Trossingen...

Beitrag von Bahner »

Lucian Berndt hat geschrieben: So 20. Jun 2021, 20:18 Dazu auch noch ein Einwurf von mir von gestern:

Aktuell läuft ja dieses Wochenende ein großer SEV auf der Strecke Singen-Engen wegen Bahnübergangsarbeiten in Mühlhausen. Der SüdbadenBus ist mit einem Großaufgebot dort gewesen und hat den SEV abgewickelt mit einem halbstündlich verkehrenden Bus mit Halt an allen Zwischenbahnhöfen (ebenjenen bin ich gefahren von morgens bis Abends, Grüße an die Leute die mich erkannt haben^^ ) sowie zwei hintereinander fahrenden Expressbussen (Fahrzeit nur unwesentlich schneller aber egal. DB Fernverkehr hat für die ausfallenden IC Züge ebenfalls einen Ersatzverkehr in Form von 5 Reisebussen (davon 2 Doppeldecker) und einem Linienbus (alle mit Kennzeichen Aalen, Biberach/Riß sowie Ulm und München) geordert, welche alle 2 Stunden auf selber Strecke mit gleicher Fahrtzeit verkehrten. Die Verwirrung bei den Fahrgästen war sehr groß, es war nicht immer eine gelassene Stimmung. Aber was will man auch erwarten, denn:

Man nehme einen Bahnfahrenden Pendler, welcher immer von Konstanz nach Offenburg oder weiter pendelt. Was gab es also gestern für ihn...: Zug von Konstanz nach Singen (natürlich mit dem langsamen Seehas, die Schwarzwaldbahn fährt ja nicht), dort steigt er ein den SEV nach Engen um, dort steigt er in die Schwarzwaldbahn nach St. Georgen um, dort steigt er in den SEV nach Hausach um, dort steigt er in die Schwarzwaldbahn nach Offenburg etc um. Also 3mal Zug, 2mal Bus, 4 Umstiege. Erschwerend kommt folgendes hinzu: ab ca 16 Uhr fällt eine Schicht der Schwarzwaldbahn wegen kurzfristigem Personalausfall (so der Navigator zumindest) aus. Ergebnis war, dass die Firma Behringer (der Chef persönlich, danke für das nette Gespräch beim warten in Engen) mit einem Solobus einen kurzfristigen SEV von Engen nach St. Georgen fahren musste, mit Halt in Immendingen, Donaueschingen, Villingen... Viele Fahrgäste die ich gestern befördern durfte, mussten eben diesen Weg nutzen, manche kamen sogar aus Richtung Schaffhausen/Gottmadingen, wo ebenfalls, mal wieder, eine Schicht wegen kurzfristigem Personalausfall (sagte der Navigator) ausfiel, allerdings ohne Busersatz. Also 3mal Bus, 2mal Zug, ebenfalls 4 Umstiege. Die Stimmung war mehrmals am kippen, ein Fahrgast schrie mich auch zusammen. Naja. Insgesamt war es aber ein für mich toller Tag, habe viele Menschen dankbar befördern dürfen, bei 90% kam auch ein großer Dank zurück und Spaß hat es allemal gemacht. Danke an der Stelle auch an alle netten Kollegen, die Verständigung war super und die Planung ebenfalls!

Sorry für den langen Text im falschen Thema, wollte es aber hier mal anhängen wegen den Thema Personalausfall *beklopt*
Da kam erschwerend hinzu, dass wieder einmal mehrere Züge von Engen nach Stuttgart ausgefallen sind. Meistens wegen technischer Störung am IC2, teilweise auch wegen kurzfristigem Personalausfall.
Das in Zeiten von SEV zwischen Singen - Engen und St. Georgen - Hausach.
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