Streckensperrung Hüfingen-Bräunlingen

Alles zur Strecke Rottweil-Villingen-Donaueschingen-Bräunlingen kann hier rein.
Eine Überschneidung mit der Höllentalbahn ist möglich.
Vielfahrer
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Re: Streckensperrung Hüfingen-Bräunlingen

Beitrag von Vielfahrer » Sa 25. Jul 2015, 14:58

Recht ungünstig ist der Bahnhof Hüfingen-Mitte für Fahrgäste, die von Bräunlingen nach Freiburg reisen möchten. Die Breisgau-S-Bahn wird zukünftig wie bisher in Döggingen eine Eigenkreuzung haben, Der Ringzug wiederum wird nicht wesentlich anders als heute verkehren (Nullkreuzung Trossingen DB ab Dezember 2015). Fahrgäste, die dann in Bräunlingen in den Ringzug einsteigen, können zwar in Hüfingen Mitte aussteigen, warten dann aber ca. 45 Minuten, bis es nach Freiburg weitergeht. Das ist uninteressant. Ich denke mal, dass die Buslinie 95/96 von Wolterdingen über Bräunlingen nach Döggingen auf den dortigen Nullknoten dann kommen muss. Auch soll der Bahnhof Döggingen aus Richtung Bonndorf im Nullknoten bedient werden, so dass sich Döggingen und nicht Hüfingen-Mitte zu einer verkehrlich bedeutenden S-Bahn-Haltestelle entwickeln dürfte.

Hüfingen Mitte hingegen ließe sich aus Richtung Blumberg - Riedböhringen - Behla günstig mit dem Bus bedienen. Dieser müsste so liegen, dass Anschlüsse nach Freiburg günstig erreicht werden, der Bus selbst sollte allerdings bis Donaueschingen verkehren, damit die Fahrgäste nicht auf der letzten Meile nochmals umsteigen müssen. Es bestünde dann Anschluss an die Breisgau-S-Bahn in Hüfingen-Mitte in Richtung Freiburg und in Donaueschingen an die Breisgau-S-Bahn in Richtung Villingen, jeweils mit Umstiegszeiten von ca. 5 Minuten.

Dass das Gleis 301 elektrifiziert wird, kann ich mir nicht vorstellen. Ebenso wird es für den Personenverkehr auch nicht mehr genutzt werden können, denn ab 2022 müssen alle Bahnsteige barrierefrei zugänglich sein. In den Ausbauunterlagen, die ich gesehen habe, ist aber von einem Ausbau des alten Bahnsteigs keine Rede mehr. Wer also dieses Gleis "bestellen" sollte, ist mehr als fraglich. Vermutlich wird es wegkommen.


Viele Grüße vom Vielfahrer
Zuletzt geändert von Vielfahrer am Sa 25. Jul 2015, 18:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Streckensperrung Hüfingen-Bräunlingen

Beitrag von KBS720 » Sa 25. Jul 2015, 16:18

Hallo,

natürlich mit Bahnsteig, aber als Kreuzungsgleis würde es super anbieten. Wenn das nicht passiert wird es wohl so bleiben wie bisher. Extra ausgebaut wird es deshalb nicht, das kostet schließlich auch Geld. Leider finde ich die BSB 2020 ein bisschen Murks da keine weiteren Kreuzungsmöglichkeiten geschaffen werden, das hilft der Fahrplanstabilisierung nicht wirklich.

Grüße Andreas
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Re: Streckensperrung Hüfingen-Bräunlingen

Beitrag von Vielfahrer » Sa 25. Jul 2015, 20:46

Hallo,

Mehr Kreuzungsmöglichkeiten sind natürlich immer angenehm auf eingleisigen Strecken. Bei der Breisgau-S-Bahn liegen die Kreuzungsmöglichkeiten im östlichen Höllental so, dass ein 30-Minuten-Takt fahrbar ist und das Fahrplansystem auch um jeweils 15 Minuten gedreht werden könnte. So wie es aussieht, kommt aber nur ein Stundentakt mit HVZ-Verdichtungen zum 30-Minuten-Takt, also kein durchgehender 30-Minuten-Takt.

Bei S-Bahnen war es früher so, dass diese in der Regel keine Anschlüsse abgewartet haben, was bei dichter Zugfolge ja auch nicht unbedingt notwendig ist. Wenn Breisach - Villingen so gefahren wird, müsste es eigentlich gut gehen. Nach meinen Beobachtungen (ob die repräsentativ sind, weiß ich nicht), ist es oftmals die Donautalbahn, über die Verspätungen eingeschleppt werden, die dann die Züge im Höllental aus dem Takt geraten lassen. Da wäre dann die zukünftige Sollbruchstelle in Donaueschingen, d.h. im Zweifel fährt die Breisgau-S-Bahn pünktlich ab und der verspätete Fahrgast aus Ulm hätte dann eben das Nachsehen. Das müsste zu höherer Pünktlichkeit der Breisgau-S-Bahn beitragen.

Gestern hatte ich wieder einmal so ein schönes Beispiel auf der Donautalbahn von dieser Sorte erlebt. Ich bin in Sigmaringen zum Bahnhof und mein Zug aus Neustadt kam pünktlich. Es sind allerdings außergewöhnlich viele Fahrgäste in Sigmaringen wegen eines Landesturnfestes ausgestiegen, so dass er einige Minuten Verspätung ab Sigmaringen hatte. Die haben sich dann durch Kreuzungsverlegungen immer weiter bis Ulm aufgeschaukelt, bis wir dort mit knapp 20 Minuten eingelaufen sind. Die vorgesehenen Anschlüsse waren leider weg bis auf meinen ICE nach München, der seinerseits mit 35 Minuten Verspätung angekündigt war.

Wenn man z.B. zusätzlich zur Regelkreuzung in Döggingen, Löffingen oder Neustadt noch eine Kreuzungsmöglichkeit in Hüfingen hätte, so könnte eine verspätete Breisgau-S-Bahn aus Villingen ggf. in Hüfingen anstatt in Döggingen kreuzen, womit der Gegenzug nicht verspätet würde. Allerdings würde dann die nächste Kreuzung (die im 30-Minuten-Takt folgen würde, nicht erreicht, also könnte der nächste Zug in Löffingen nicht pünktlich abfahren, es sei denn, es gäbe dazwischen in Bachheim oder in der Gegend eine weitere Kreuzungsmöglichkeit. Und selbst dann gäbe es mit dem folgenden Zug noch ein Problem, weil auch Neustadt nicht zeitgerecht erreicht würde. Deshalb müsste eine dritte zusätzliche Kreuzung irgendwo bei Kappel-Gutachbrücke her. Es müsste also einiges zusätzlich investiert werden. Hüfingen alleine würde allenfalls mal dem Ringzug helfen.

Aber selbst zweigleisige Strecken garantieren nicht pünktliche Züge. Bei meinen drei letzten Fahrten nach Lindau in diesem Sommer wurde wegen entsprechender Verspätung der Zuglauf Stuttgart - Lindau Hbf in Friedrichshafen beendet und ich musste mit einer folgenden RB weiterfahren. Das war für mich insofern nicht schlimm, weil ich es mir inzwischen angewöhnt habe, keinem Fahrplan mehr zu glauben und bei wichtigen Terminen grundsätzlich einen Zug vorher nehme.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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Re: Streckensperrung Hüfingen-Bräunlingen

Beitrag von Fridinger » Sa 25. Jul 2015, 22:02

Wenn die Donautal-Züge stark verspätet auf Donaueschingen zulaufen, werden die ja nicht weiter nach Neustadt gefahren und wenden direkt auf die Folgeleistung nach Rottweil (Die Sollbruchstelle dürfte wohl irgendwo bei +20-25min liegen). Ähnlich, wenn der Zug von Ulm mit mehr als 30 Minuten Verspätung auf Sigmaringen zukommt, wird die Kreuzung von Fridingen auf Sigmaringen verschoben - der Zug nach Ulm kann dann pünktlich fahren, der Zug nach Neustadt fährt dann mit etwa 60 Minuten Verspätung nur bis Donaueschingen.
Bild
D 1189 - Stuttgart 15:15 - Spaichingen 16:52 - Tuttlingen 17:00 - Milano Lambrate 00:14 - Lecce 12:57
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Als IT-Systemelektroniker zuständig für funktionierende Ticketautomaten bei der DB Kommunikationstechnik

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Re: Streckensperrung Hüfingen-Bräunlingen

Beitrag von Vielfahrer » So 26. Jul 2015, 01:27

Hallo Fridinger,

heute ist es so, wie Du schreibst. Wenn aber die Breisgau-S-Bahn ab Ende 2018 kommt, dann verkehren die Ulmer Züge ohnehin nur noch bis Donaueschingen, weil Donaueschingen - Neustadt von der Breisgau-S-Bahn bedient wird. Das trifft auch auf Neustadt - Donaueschingen - Villingen zu. Deswegen gibt es keine Folgeleistung Donaueschingen - Rottweil mehr. Die Leistungen zwischen Villingen und Rottweil gehen dann wohl an den Ringzug. Dafür gibt es Überlegungen, das Donautal auf einen Stundentakt ab 2019 zu verdichten. Hier müsste man Hausen im Tal zum Betriebsbahnhof degradieren und in der Ortsmitte eine Bahnsteigkante bauen. Dann könnte man bei Verspätungen die Kreuzung Fridingen nach Hausen im Tal verlegen.
Wenn ab Mitte 2017 die Arbeiten an der Elektrifizierung der Linie Neustadt - Donaueschingen laufen, wird bekanntlich die Linie für 1 1/2 Jahre auf SEV umgestellt. Dann dürften die Ulmer Leistungen regelmäßig die Folgeleistung Donaueschingen - Rottweil bedienen, wobei sie allerdings ca. 90 Minuten dafür in Donaueschingen stehen müssten.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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