Wie geht es mit der Allgäubahn weiter?

Strecken in Baden-Württemberg, die unten nich aufgeführt sind.
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Wie geht es mit der Allgäubahn weiter?

Beitrag von Vielfahrer » Di 8. Sep 2020, 21:04

Hallo,

Zu den Strecken, über die man in der Vergangenheit relativ wenig gelesen und gehört hat, zählt die württembergische Allgäubahn, die von Aulendorf aus über Kißlegg - Leutkirch nach Isny führte. Während Isny - Leutkirch leider seit vielen Jahren stillgelegt und komplett abgebaut ist, verkehren auf der Linie Kißlegg - Aulendorf inzwischen wieder stündliche Züge. Vom Verkehrsverbund Bodo wurde ich darüber in Kenntnis gesetzt, dass es eine Initiative gibt, die mittels weiteren Haltepunkten die Strecke attraktiver machen möchte. Beispielsweise wird vorgeschlagen, in Mittelurbach (liegt zwischen Bad Waldsee und Roßberg) die stündlich verkehenden Züge halten zu lassen. Der Bad Waldseer Stadtteil liegt mit seinen 1.000 Einwohnern komplett im fußläufigen Einzugsbereich eines möglichen Halts. Auch über einen Halt in Bad Waldsee im Kurgebiet oder in Roßberg, ferner in Leutkirch im Industriegebiet, in Altmannshofen, in Aichstetten Nord und in Mooshausen könnte nachgedacht werden, auf bayrischer Seite wird Buxheim reaktiviert und ein neuer Halt in Memmingen am Berufsschulzentrum gebaut. Für einen Schienennahverkehr also ganz neue Perspektiven.
Über die Strecke könnten aber auch großräumige Verbindungen laufen, so sie denn elektrifiziert wäre, beispielsweise München - Kißlegg - Aulendorf - Friedrichshafen - Singen - Basel, nachdem auf der eingleisigen Strecke Lindau - Friedrichshafen solche Züge nur dann untergebracht werden könnten, wenn die Verbindung von Stuttgart über Ulm - Friedrichshafen nicht nach Vorarlberg durchgebunden würde. Gegen Umstiegslösungen in Friedrichshafen wehrt sich vorallem aber der Landkreis Lindau.
Besser sieht es aus mit durchgehenden Nahverkehrsverbindungen. Nach Abschluss der Elektrifizierungsarbeiten sind dort neue Verkehrsangebote zu erwarten, die beispielsweise von Aulendorf oder Ravensburg aus über Friedrichshafen durchgängig bis Lindau Insel verkehren. Der Landkreis Ravensburg wiederum wünscht sich umsteigefreie Verbindungen aus dem Schussental über Aulendorf - Bad Waldsee nach Leutkirch, so dass es u.U. fast zu einem Allgäuer Ringzug kommen könnte. Es ist also durchaus spannend, was sich auf der Allgäubahn in den kommenden Monaten alles tun wird.

Viele Grüße vom Vielfahrer

Karl Müller
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Re: Wie geht es mit der Allgäubahn weiter?

Beitrag von Karl Müller » Do 10. Sep 2020, 05:17

Hallo,
ins Allgäu werde ich nachher fahren, über Ulm/Aulendorf Kissleg und Wangen, möchte mir mal die Neuen Bahnhöfe anschauen. Tja, der Fahrplan auf der Strecke Hergatz - Wangen - Kissleg - Memmingen ist ja mehr als dürftig, da fährt nur wer wirklich fahren muß, zumal der östliche teil Württembergs im Bereich Tannheim/Marstetten wirklich dünn besiedelt ist.
Die A 96 ist da leider eine sehr gute Alternative. Die stillgelegten Bahnhöfe (wie Mittelurbach) sind nötig, aber, bis diese in die Planung kommen.....dann kommt noch der neue Betreiber go-ahead ab Dez 22 dazu mit - wahrscheinlichen - Personalproblemen. Von Dez 21 bis Dez 22 fährt dort DB regio mit einem Übergangsvertrag, aber, verliert der RAB dann seine Leistungen ( RB Lindau - Wangen - Memmingen)dort? ich bin auch gespannt, aber, abwarten.
Gruß Oli

Vielfahrer
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Re: Wie geht es mit der Allgäubahn weiter?

Beitrag von Vielfahrer » Do 10. Sep 2020, 15:43

Hallo Oli,

soweit ich informiert bin, verkehrt zwischen Memmingen und Lindau alle 2 Stunden ein RE von München über Kißlegg nach Lindau (in der anderen Stunde läuft der EC München - Zürich). In der EC-Stunde startet nach dem EC eine RB Memmmingen - Kißlegg - Lindau (mit EC-Anschluss aus München). Dann gibt es noch einige Leistungen der Memminger S-Bahn bis Buxheim, wenn die Halte gebaut sind. Andere Züge verkehren zwischen Memmingen und Leutkirch nicht. Zwischen Leutkirch und Wangen gibt es dann noch die Zugleistungen ab Aulendorf nach Leutkirch bzw. ab Aulendorf nach Wangen, die ab und an auch zwischen Wangen und Leutkirch bzw. umgekehrt unterwegs sind. Eventuell gibt es ab Lindau bis Kißlegg in der HVZ auch noch den einen oder anderen Zug, um die Eckanschlüsse aus dem Raum Oberstaufen - Rötenbach - Heimenkirch in Hergatz herstellen zu können.
Dass der RAB dort noch fährt nach 2022 denke ich eher nicht. Ob der Verlust so groß ist, weiß ich auch nicht so recht. Gestern musste ich von Tübingen aus zu einem Termin nach Tuttlingen. Erst mal hat es über 10 Minuten Verspätung gehabt, bis der Zug in Tübingen überhaupt abgefahren ist. Dann war auch gar kein DB-Personal auf dem Zug, sondern von irgendeiner Leihgesellschaft. Bis wir in Horb waren, hatten wir 21 Minuten Verspätung und da war der IC 2 tatsächlich schon weg. Zwei Schweizerinnen erkundigten sich nach den Anschlüssen. Der Lokführer versprach, darüber zu informieren. Aber kurz vor Horb kam nur die Durchsage, dass man für Anschlüsse auf die Lautsprecherdurchsagen und Fahrplanaushänge achten solle. Und Lautsprecherdurchsagen gab es in Horb dann nicht. Dafür ein Abfahrsanzeiger auf Gleis 1, der gefühlt seit Wochen am Gleis 2 immer nur den RE mit Abfahrt 12:07 nach Singen anzeigt, ganz gleich zu welcher Uhrzeit.
Also musste ich wieder 1 Stunde in Horb herumwarten. Und wenn ich mit dem Schienenersatzverkehr via Herrenberg fahre, dann steht auf den RAB-Bussen teilweise alles Mögliche, aber nicht SEV Herrenberg oder SEV Tübingen. Manchmal tauchen das Liniennummern auf, die ich noch nie gelesen habe, viele Busse sind als "Regiobusse" beschriftet. Alles in allem eine Qualtiät auf recht niedrigem Niveau. Und dann muss man am Gleis 12 in Tübingen neuerdings besonders weit laufen, weil infolge des beschädigten Prellbocks die Zugabfahrten einfach um 100 m weiter in Richtung Rottenburg ans äußerste Ende des Bahnsteigs 12 gelegt wurden. Der Weg bis zu meiner Bushaltestelle am Hbf beträgt nun 550 Meter.

Viele Grüße vom Vielfahrer

Karl Müller
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Re: Wie geht es mit der Allgäubahn weiter?

Beitrag von Karl Müller » Fr 11. Sep 2020, 10:15

Hallo,
gestern fuhr ich mit dem Zug nach Wangen, es hat auch alles funktioniert, ab Auledorf waren 20 P im Zug gen Leutkirch, davon stigen 15 in Bad Waldsee aus. In Kissleg war zwischen den 3 Zügen gen Hergatz, Leutkirch und gen Aulendorf reger Umsteigeverkehr, die Unterführung mitsamt Aufzug wirkte angenehm Neu. Im RS gen Hergfatz über Wangen waren jetzt ca 40 P, davon stigen in Wangen an die 20 aus, aber auch dort wieder ca 20 ein, also ein recht nettes kommen und gehen, einige Räder dabei.
der Bf in Wangen hat jetzt 2 Außenbahnsteige mitsamt Aufzug und wirkt ebenso nett, der BÜ ist aber noch da, und - der Schalter! 4 Bänke im Wartesaal der gar nicht so schlecht wirkt, etwas veraltet, aber - immerhin. Der Kiosk wird gerade umgebaut.
Nein, Massen sind da nicht unterwegs, aber - man muß sich mal überlegen welche Umstände es macht in ein Zentrum wie Ulm zu fahren, nur mit dem Nahverkehr der letzten Jahre, oder gar gen Ravensburg wenn mal wieder die Hälfte der Züge ausfällt. Nein, dort im ländlichen Raum wird kaum Zug gefahren, die schnellen züge fahren nur durch, der Nahverkehr ist gerade mal so erträglich und für die Schüler leidlich zu ertragen, ein PKW ist dort ( und anderswo auch!) quasi zum 17. Geburtstag Pflichtgeschenk.
MFG Oli

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