So viel Neues in der Region...was Busverkehre angeht...

Sonstiges, worüber man sich das "Maul" zerreisen kann.
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Karl Müller
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So viel Neues in der Region...was Busverkehre angeht...

Beitrag von Karl Müller » Di 10. Sep 2019, 10:19

Neue Stadtverkehre in Reutlingen und

NEUE Busverkehre auf und auf die Alb nuff ond naa, jedoch in den Medien kaum zu finden.

Der Neue, X 2, Urach - Münsingen verkehrt jetzt im Stundentakt und mit Fahrradbeförderung. Glückwunsch. Aber, warum X 2? Ist er jetzt schneller ( "busser?") als der salte 345er?

Nein, er fährt "nur" alle Stunde, analog dem Konzept des Landes für die Regiobuslinien.

Ein Hinweis fand ich: https://www.kreis-reutlingen.de/Bus-Inf ... -Landkreis

Nix auf Naldo.de, nix bei der SAB, nirgends. Zeitungsartikel i d Regel hinter einer bezahlschranke, oder wenig Info:

https://www.gea.de/neckar-alb/ueber-die ... 55293.html

Ergänzungen immer willkommen!

Oli

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Re: So viel Neues in der Region...was Busverkehre angeht...

Beitrag von Vielfahrer » Di 10. Sep 2019, 12:06

Hallo Oli,

danke für die Hinweise auf die neuen Busfahrpläne am Rande der Schwäbischen Alb. Auf Naldo.de sind die neuen Fahrpläne inzwischen auch enthalten, derzeit noch mit dem Hinweis, dass ab morgen, 11. September 2019, also mit Beginn des neuen Schuljahres die Umstellung erfolgt. Die vermutlich vom Aufgabenträger Landkreis Reutlingen geplanten Verkehre stellen einen gewaltigen Fortschritt in der Erreichbarkeit vieler Gemeinden der Schwäbischen Alb dar. Die schon bislang recht gut bediente Buslinie 345 A von Bad Urach nach Münsingen wird zur Regiobuslinie umgewandelt, d.h. das Land beteiligt sich hälftig an den Kosten (und Einnahmen) und verlangt im Gegenzug dazu, dass in Bad Urach die Anschlüsse an die Ermstalbahn hergestellt werden und der Taktverkehr bis 24 Uhr an allen Tagen in der Woche ausgedehnt wird. Das passiert also ab morgen. Gleichzeitig fährt man dann stündlich ab Reutlingen mit der Bahn via Metzingen - Bad Urach und dort mit dem 265er-Bus deutlich schneller nach Münsingen (53 Minuten in der Regel) als über die durchgehende Buslinie Reutlingen - Münsingen via Kleinengstingen (ca. 65 Minuten). Weil es außerdem jede Stunde über Bad Urach funktioniert, dürfte dies der Regelweg werden, was sehr gut für die Inanspruchnahme der Ermstalbahn ist, die ja in wenigen Jahren auch elektrisch betrieben werden wird. Es läuft also so, wie man sich als Unbeteiligter die Verkehrswende praktisch vorstellt.
Interessant ist dabei, dass die neue Linie in Kooperation zwischen der SVL (Fa. Bottenschein aus Laupheim, zuvor hieß SVL Stadtverkehr Laupheim, jetzt dank der Ausweitung der Angebote Süddeutsche Verkehrslinien) und RAB zustande gekommen ist. Zusammen mit der Fa. Bottenschein hatte ich drei Jahren den neuen Stadtverkehr von Bad Urach konzipiert, den dann Bottenschein im Wettbewerb gegen alle anderen Unternehmen gewonnen hat. Nunmehr ist es Bottenschein offenbar gelungen, aus dem Inselbetrieb Bad Urach ein zusammenhängendes Netz in Kooperation mit dem RAB zu schaffen, der ansonsten - zumindest nach meiner Wahrnehmung - sehr viele Linien im Wettbewerb verloren hat.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass dort eine gute Leistung geboten werden wird. Es wird dies aber nicht der Endzustand sein. Insbesondere weiter östlich, also auf der sog. Laichinger Alb, tut sich ebenfalls viel. Der neu in Betrieb zu nehmende Regionalbahnhof in Merklingen soll sehr gut mit Bussen versorgt werden, um z.B. von Laichingen aus in weniger als 30 Minuten in Ulm oder in weniger als 45 Minuten in Stuttgart zu sein. Es wird da nicht nur eine Linie Laichingen- Merklingen geben sondern eine ganze Spinne von neuen Linien, die z.B. von Geislingen/Steige im Osten, eventuell Kirchheim/Teck im Norden, Bad Urach im Westen, Münsingen im Südwesten, und Schelklingen, Blaubeuren, Herrlingen und Ulm im Süden die Verbindungen nach Merklingen Bf schlüssig vorsehen werden. Dies wird allerdings noch ca. 3 Jahre dauern, bis der Bahnhof dort dann in Betrieb genommen werden wird, zunächst wohl nur mit einem Rumpffahrplan, da das Brückenbauwerk bei Wiesensteig wohl kaum bis dahin zweigleisig in Betrieb genommen werden dürfte. Die Baustelle ist durchaus beeindruckend! Laichingen erhält einen neuen Busbahnhof mit Mittelinsel (vgl. z.B. Furtwangen mit Linksverkehr), an welchem die Buslinien verknotet werden. Merklingen erhält drei Bussteige und große P&R-Plätze. Auch hier sind Regiobuslinien im Gespräch, die für vertaktete Verbindungen von Merklingen Bf in die Region von früh bis spät sorgen werden.
Fährt man bislang dort mit dem Bus, so sind überwiegend Schüler unterwegs und nur sporadisch sog. Dritte. Mit der Einführung eines Taktverkehrs wird dort also völliges Neuland betreten werden, dies in einer Gegend, die bislang nicht sonderlich dicht besiedelt ist. Dem Vernehmen nach sind allerdings in manchen Gemeinden bereits sämtliche Grundstücke verkauft, was nicht verwundert, denn von Merklingen aus ist man zukünftig schneller am Flughafen als vom vergleichsweise viel näher gelegenen Herrenberg mit der S-Bahn.
Es lohnt sich also immer, einen Blick in den über die Schiene hinaus gehenden ÖPNV-Konzepte zu werfen. Da tut sich wirklich viel.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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