Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Alles zur Strecke Freudenstadt - Eutingen kann hier rein.
Antworten
Karl Müller
Schaffner
Schaffner
Beiträge: 1756
Registriert: Mo 13. Jun 2011, 12:25

Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Beitrag von Karl Müller » Do 23. Jan 2020, 17:23

Es bewegt sich was :

Die Unternehmen Schoun Logistik aus Haiterbach, die Spedition Kußmaul aus Nagold und Gfrörer GmbH aus Empfingen setzen sich für den Bau eines Kombinierter-Verkehr-Terminals (KVT) im Horber Gewerbegebiet Heiligenfeld ein – wir berichteten mehrfach. Dort sollen Güter von Zügen auf Lastwagen und umgekehrt umgeladen werden. Dem Eisenbahnbundesamt liegt nach Auskunft des baden-württembergischen Verkehrsministeriums ein – allerdings unvollständiger – Antrag auf Förderung dieses Vorhabens vor. Sobald dieser komplettiert ist, möchte sich das Amt damit befassen.

Die Anbindung solcher Anlagen an ein bestehendes Schienennetz fördert das Bundesamt nicht. Genau das steht im Heiligenfeld jedoch bevor: Die Weiche, die das Industriegleis an die Bahnlinie Eutingen–Freudenstadt anbindet, muss mit hohem Aufwand modernisiert werden. Hierfür hoffen die Logistikunternehmen auf Unterstützung durch das Land: Im baden-württembergischen Etat für 2020 und 2021 wurden pro Jahr jüngst rund vier Millionen zusätzlich hinterlegt, um den Bau von Güterumschlagsanlagen zu unterstützen. Das Verkehrsministerium macht allerdings eine genaue Kostenermittlung vorab zur Bedingung einer möglichen Förderung. Diese wollen das Land und die Stadt Horb vorfinanzieren.

Horst Schuon, Geschäftsführer des gleichnamigen Logistikunternehmens, verspricht sich Großes vom geplanten KVT. Er bekennt sich im Telefongespräch mit der SÜDWEST PRESSE zum Schienengüterverkehr und stellt zunächst den Umweltgedanken in den Vordergrund: „20 Güterwaggons entsprechen 50 oder 60 Lastwagen“, rechnet er vor. Ökologisch gesehen seien Züge „zehnmal gescheiter“.

Vom Horber KVT erwartet Schuon vor allem eine Entlastung anderer Terminals: „Was momentan in Kornwestheim abgeht, ist eine Katastrophe.“ Der Bahnhof sei komplett überlastet, biete keine Fläche und kaum Zufahrtsmöglichkeiten für Lastwagen. Die Route von und nach Süden führe über das stauanfällige Autobahndreieck Leonberg, das ähnlich gefährdete Autobahnkreuz Stuttgart und über die hochfrequentierte A81 an Böblingen/Sindelfingen vorbei. Er ahnt: „Das neue KVT steht dann zwar in Horb, aber
profitieren wird der Großraum Stuttgart.“

Horb liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen den Terminals in Kornwestheim und Singen. Damit sei es mittelfristig auch attraktiv als Umschlagplatz für Güter, die aus den Südhäfen wie Genua mit dem Zug über die Alpen kommen, schätzt Schuon. Der Seeweg aus dem Mittelmeer zu den Nordhäfen Hamburg und Bremen dauere eine Woche und sei deutlich unattraktiver.

Ein KVT im Heiligenfeld sei jedoch nur die halbe Miete, betont Schuon. Er stellt ein weitergehendes Engagement seines Unternehmens im Heiligenfeld in Aussicht: „Wir wollen ein Logistikzentrum in der Nähe des Terminals bauen.“ Hierfür rechnet er mit Gesamtkosten von 20 bis 25 Millionen Euro. Die Immobilie soll stufenweise entstehen, um die Investitionen auf mehrere Jahre zu verteilen.

Auf aktuelle Herausforderungen der Logistikbranche angesprochen, weicht Schuons sachlicher Tonfall einem leidenschaftlichen. Die Ansprüche der Menschen an die Welt, die sie umgebe, passten nicht zu ihrem eigenen Verhalten, konstatiert er und bringt es auf den Punkt: „Alle wollen Ökostrom, keiner will Windräder. Jeder will’s Regal voll haben, keiner will Lkw!“ Missständen jeder Art müsse man mit Vernunft begegnen, nicht mit Gewalt.


Link:https://www.neckar-chronik.de/Nachricht ... 44336.html

Karl Müller
Schaffner
Schaffner
Beiträge: 1756
Registriert: Mo 13. Jun 2011, 12:25

Re: Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Beitrag von Karl Müller » Do 12. Mär 2020, 07:32


Antworten