Bis zu 129.- € Zuschuss pro Rufbus-Fahrgast

Sonstiges, worüber man sich das "Maul" zerreisen kann.
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Vielfahrer
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Bis zu 129.- € Zuschuss pro Rufbus-Fahrgast

Beitrag von Vielfahrer » Do 3. Okt 2019, 08:27

Hallo,

die Verkehrsangebote auf der Straße während der Schwachlastzeiten werden häufig über Rufbusse oder andere flexible Angebote gewährleistet. Im Zollernalbkreis musste nun eine sehr ernüchternde Bilanz gezogen werden. Die Rechnung, die aufgemacht wurde, ist eigentlich ganz einfach: Die Kosten des flexiblen Angebots wurden durch die gezählten/registrierten Nutzer geteilt und damit der erforderliche Zuschuss der öffentlichen Hand pro Fahrgast ermittelt. Im Extremfall soll der Zuschuss bei 129.- €/Fahrgast gelegen haben, berichtet der Zollernalbkurier. Im Raum Hechingen wäre daraufhin der Rufbus eingestellt worden (nur 36 Nutzer pro Monat) und durch einen "Nachtschwärmer" ersetzt worden, der inzwischen auf durchschnittlich 53 Nutzer pro Monat käme.
Im Zollernalbkreis wird nun überlegt, ähnlich wie der Landkreis Rottweil die Rufbusse durch Ruftaxis zu ersetzen, um den Service bei geringeren Kosten aufrecht erhalten zu können.

Im Raum Donaueschingen - Blumberg ging man einen anderen Weg. Dort werden die Rufbusse auch abgeschafft und durch einen verlässlich bis 24 Uhr verkehrenden Regiobus ersetzt. Rufbusse selbst bleiben aber auf an diese Achse anschließenden Strecken für die Feinverteilung erhalten, also z.B. ins Wutachtal zur Achdorfer Scheffellinde oder in die vielen Blumberger und Hüfinger Stadtteile. Unter dem Strich wird also das Rufbusangebot erheblich erweitert, etwa auch im Raum Bräunlingen, um die Fläche von den stündlich erreichbaren Bahnhöfen Döggingen oder Bräunlingen aus bedienen zu können. Mit Sicherheit wird dies ein erhebliches Zuschussgeschäft werden für die öffentliche Hand. Man darf da durchaus gespannt sein, wie sich in einigen Monaten eine Zwischenbilanz (Kosten dividiert durch Nutzer) dort ergeben wird.

Auch im Bereich des Oberzentrums Villingen-Schwenningen, bei dem bislang zahlreiche Rufbusse während der sog. Betriebsferien, während der Abendstunden und am Wochenende verkehrten, soll die Angebotsstruktur grundlegend geändert werden. Mitte Oktober soll vom Stadtrat dort ein neues Angebotskonzept beschlossen werden, welches komplett auf Rufbusse verzichtet und stattdessen auf allen Linien bis 20 Uhr halbstündliche, danach mindestens stündliche reguläre Stadtbusverbindungen vorsieht, wobei es durch Linienüberlagerungen/bündelungen teilweise alle 10 Minuten Busverbindungen geben soll.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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